Physiotherapie bei Kiefergelenksproblemen

Die Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) ist keine Seltenheit.  Alleine in Österreich, Deutschland und der Schweiz erkranken mehrere 100.000 Menschen pro Jahr an CMD. 70% der Betroffenen sind Frauen.

 

Die Symptome einer CMD können vielfältig sein und reichen von:

  • Kiefergelenkschmerzen mit oder ohne beeinträchtigter Funktion
  • Knack- und/oder Reibegeräusche während der Mundöffnung und
    des Kauens
  • Gesichtsschmerzen
  • Kopf- und Nackenschmerzen

 

Als Begleitsymptome

  • Tinnitus (Ohrgeräusche)
  • Schwindel
  • Schluckbeschwerden

Ursachen für CMD

Da die Ursachen und Symptome einer CMD sehr vielfältig sein können, ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Zahnärzten, Kieferorthopäden, Physiotherapeuten, Logopäden und Psychotherapeuten wünschenswert. Manchmal ist eine fachärztliche Abklärung durch einen HNO-Arzt, Orthopäden oder Neurologen notwendig.

  • Zähne

    Bissanomalien, die mit einer Verlagerung des Unterkiefers einhergehen, eine schwierige prothetische Versorgung, aber auch akute Überlastungen können Veränderungen im Kiefergelenk und somit eine CMD verursachen.

  • Körperhaltung

    Die Körperhaltung und hier im Speziellen die Vorverlagerung des Kopfes kann zu einer veränderten biomechanischen Situation im Kiefergelenk führen, da es hierbei zu einer Rückverlagerung des Unterkiefers kommt. Die Rückverlagerung des Kiefergelenk-Köpfchens führt im Gelenk zu erhöhter Kompressionsbelastung sensibler Gewebeanteile, die einen Entzündungsprozess auslösen können.

  • Parafunktionen

    Das Kauorgan gilt als wichtiges Organ in der Verarbeitung von Stress.

    Die Erklärung hierfür liegt in der engen Beziehung zwischen dem Musculus Masseter als wichtigsten Kieferschließmuskel und seiner Verbindung zum Limbischen System.

    Das Limbische System ist jenes Hirnareal, in dem Emotionen entstehen und auch verarbeitet werden – ein Stressfehlverhalten kann zu einer deutlichen Zunahme der Spannung des Musculus Masseter führen.

    Als Parafunktionen werden – meist unbewusste – Überaktivitäten dieser Muskulatur wie Zähnepressen oder Zähneknirschen, Lippen- und Wangenbeißen, aber auch Daumenlutschen und Fingernägelkauen bezeichnet. Stress als mögliche Ursache einerseits, aber auch Frühkontakte der Zähne, oder überstehende Füllungen  können Parafunktionen auslösen und müssen zahnärztlich abgeklärt werden.

  • Verletzungen

    Unfälle mit direkter Krafteinwirkung im Gesicht, die zu einer Stauchung im Kiefergelenk führen, können selbstverständlich ebenso Auslöser einer CMD sein.

Physiotherapie bei CMD

An erster Stelle einer erfolgreichen Behandlung steht eine ausführliche Anamnese der Beschwerden und eine gezielte Befundaufnahme.

In der Physiotherapie wird üblicherweise eine detaillierte manuelle Funktionsuntersuchung durchgeführt. Hierbei wird der Zustand des Kiefergelenkes an sich, sowie aller beteiligten Strukturen (Nervensystem, Muskulatur, Halswirbelsäule und Schädel) genau geprüft.

 

Wenn notwendig, kann eine computerunterstützte instrumentelle Funktionsanalyse zur Anwendung kommen.

 

Ziel ist es, Störungen (Dysfunktionen), die für das Problem des Patienten relevant sind, zu finden und daraus einen Behandlungsplan abzuleiten.

In der Regel wird nach vier physiotherapeutischen Behandlungen eine Bestandsaufnahme gemacht und gemeinsam mit dem Patienten festgelegt, ob eine weiterführende Behandlung zielführend ist oder eine Überweisung zu einem Spezialisten eines anderen medizinischen Fachbereiches angezeigt ist.

 

In unserer Praxis erzielen wir große Erfolge in der Kombinationsbehandlung von Physiotherapie und einer Schienenversorgung.

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